Aktuelles aus dem Tierheim

Igelüberwinterung

Autor: GZ
Am: 12.03.24

Diese Erstanleitung zur Rettung eines FUNDIGELS beschränkt sich auf das Notwendigste, hier nochmals die wesentlichen Punkte:

Igel sind Wildtiere und dürfen aus ihrem natürlichen Lebensraum nicht entfernt werden,

ausgenommen hilfsbedürftige Stacheltiere.

Das ist der Fall,

  • wenn Igel tagsüber apathisch herumliegen und sich nicht einrollen.

  • wenn Igelbabys ohne Mutter anzutreffen sind.

  • wenn kleine Igel tagsüber unterwegs sind (und von Fliegeneiern übersät schließlich von Maden gefressen würden).Die Igelmutter holt solche Igelkinder nicht mehr ins Nest.

  • wenn Igel verletzt oder krank wirken

  • wenn Igel bei Schnee oder Frost noch aktiv sind

  • wenn Igel zu spät geboren sind und das für den Winterschlaf benötigte Gewicht von 750g nicht mehr erreichen können. Ein Igelfindling muss bis Ende September 550g und bis Ende Oktober mindestens 700g wiegen.

  • Bleibt er darunter, muss er in häusliche Pflege genommen werden, um zu überleben.

ERSTE HILFE-RATGEBER

Einen ausgewachsenen Igel bettet man in eine ca. 40cm-50cm hohe Schachtel. Eine kleine Schuhschachtel mit ausgeschnittener Öffnung an der Vorderseite mit zerknülltem Zeitungspapier ausgelegt, benutzt man als Schlafhaus.

Der Igel muss als erstes auf Verletzungen und Außenparasiten wie Flöhe, Zecken, Maden bzw. Fliegeneier hin untersucht werden.

Fühlt sich der Igel auf der Bauchseite kalt an, ist er zu wärmen (Wärmeflasche, warmer Raum).

Bieten Sie dem Igel Futter und Wasser (keinesfalls Milch an!) an.

Igelfutter das kann sein

  • pastetenartiges Hunde- oder Katzendosenfutter

  • in Wasser aufgeweichtes Katzentrockenfutter

  • Rinderfaschiertes oder Eierspeise ohne Gewürze

  • kein Obst oder Gemüse!

Kleine Igel oder Igelsäuglinge gibt man unverzüglich in fachmännische Obhut.

Die punktuelle Nothilfe für Igel ist dem Flyer „Igelnothilfe Erste Hilfe Ratgeber“ mit freundlicher Genehmigung der Igelhilfe Österreich c/o Gabriele Reisinger, St. Lorenz 100, 5310 Mondsee, Tel 0043(0)664/1115642, www.igelhilfe.net, Email reiga@gmx.at entnommen.

Liebe Tier- und Igelfreunde!

Wir appellieren an die Finder von kleinen Igeln, die Anfang Dezember zwischen 200 und 500 Gramm wiegen - diese unter Schutz gestellten, wildlebenden und sehr nützlichen Säuger - aufzunehmen und mit Hilfe der Igelnothilfe oder unserer Unterstützung über den Winter zu bringen. Ein warmer Keller (z. B. Heizungskeller) oder Abstellraum, in dem man einen größeren Karton oder einen handelsüblichen Kaninchenkäfig unterbringen kann, würde genügen.

Das Futter ist rohes Faschiertes, Katzenpastetenfutter mit wenig Haferflocken und Wasser gemischt, allenfalls ab und an ein Mehlwurm.

Keinesfalls Milch geben!

Auch Nüsse, Gemüse und Obst gehören nicht zur Igelnahrung, ebenso wenig gesalzene Speisen wie Eierspeise. Diese wenn, dann nur ungesalzen verabreichen.

Die jetzt noch so untergewichtigen Igel halten keinen Winterschlaf, müssen also bei ca. 20° C gehalten und durchgefüttert werden, bis man sie ab ungefähr Mitte Mai wieder in die Freiheit entlassen kann.

Der Tierschutzverein bedankt sich im Voraus für Ihr Engagement, das einem oder mehreren Stacheltieren das Überleben ermöglicht!

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