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Edelsteine der Lüfte
Wie schon im Jahr 1973 wurde auch im Jahr 2009 der Eisvogel zum Vogel des Jahres gekürt. Dieser vom Körperbau gedrungen wirkende Vogel mit kurzen Beinen, kurzen Schwanzfedern und breiten Flügeln schillert, je nach Sonnenlicht, kobaltblau bis türkisfarben.
Blinkend und schillernd schießt er auf der Suche nach Nahrung über intakte Gewässer und entlang an Bachläufen.
Insgesamt steht dieser farbenprächtige Vogel für gesunde Auen, naturnahe Bäche und sauberes
Wasser.
Bei einer Körpergröße von 16 bis 18 cm, einer Flügelspannweite von etwa 25 cm, wiegt dieser Vogel 35g bis 40g. Sein täglicher Nahrungsbedarf entspricht eben diesem Gewicht. Das sind 6 bis 10 kleine Fischchen, die er mit seinem kräftigen Schnabel durch blitzschnelles Eintauchen ins klare Wasser erbeutet. Neben dieser Fischkost nimmt er aber auch gerne Wasserinsekten, Kleinkrebse, Frösche und Kaulquappen. Rasche Flügelschläge sorgen dabei während des `Zustoßens` für die nötige Beschleunigung. Unter Wasser bleiben die Augen geöffnet, der Schnabel geschlossen bis leicht
geöffnet. Die Beutefische werden entweder mit dem Schnabel in der Mitte gepackt oder regelrecht
`harpuniert`. Dabei dauert dieser Beutezug zumeist nur eine Sekunde und wird von einem `Ansitz` aus gestartet. Für eine erfolgreiche Jagd muss der Eisvogel die Beute im Wasser erst optisch fixieren, was bei trübem Wasser oder starkem Wind die Jagd nahezu ausschließt.
Das Männchen hat einen schwarzen Schnabel, der an der Unterseite leicht aufgehellt sein kann. Das Weibchen zeigt einen orangefarbenen Unterschnabel, dessen Färbung sich mindestens von der Basis bis zum vorderen Drittel erstreckt. Das Gefieder des Männchens hat an der Oberseite meist einen blauen Grundton mit großen und zahlreichen azurblauen Flecken auf dem Oberkopf, das Weibchen ist oberseits eher blaugrün gefärbt.
Eisvögel sind Höhlenbrüter an nicht zu schnell fließenden Gewässern mit geeigneten Steilufern. Das Nest ist eine 50 cm bis 90 cm tiefe, horizontal verlaufende Röhre mit Nistkessel am Ende. Es wird öfters verwendet und kann bis zu 1 km vom Wasser entfernt angelegt sein. Legebeginn ist im März. Die Vögel legen 5 - 9 Eier und bebrühten das Gelege abwechselnd. Nach 18 bis 21 Tagen schlüpfen die Jungvögel. Sie sind Nesthocker und werden von beiden Eltern noch 23 bis 27 Tage im Nest gefüttert. Meist erfolgt dieses Brutgeschäft zwei Mal pro Jahr in seltenen Fällen auch drei Mal. Im Herbst zieht ein Teil des Bestandes gen Süden ein anderer Teil verbleibt, um im nächsten Frühjahr als erster bei uns einen Brutplatz zu finden. In strengen Wintern jedoch, wenn ihre Nahrungsgewässer vereisen, bedeutet dies für so manchen unter ihnen den sicheren Tod. Die Vernichtung der Brutplätze durch Wasserbau, Gewässerverschmutzung durch Industrie- und Siedlungsabwässer, Störungen durch Angler, Touristen und Badebetrieb und die direkte Verfolgung als Fischräuber gefährden ihren Bestand jedoch zunehmend.
Im Bundesland Salzburg gehören Eisvögel zu den vollkommen geschützten Vogelarten.
Wie ich selbst können auch andere aufmerksame Spaziergänger im Bereich der Hellbrunner Allee mit viel Glück einen dieser `fliegenden Edelsteine` beobachten, und darüber freut sich
herzlichst Ihr Günther Mayrhofer
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