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| Tierschutzbrief Ausgabe 04/2008 |

Tiere unterm Weihnachtsbaum?

 

Viele Kinder wollen gerne mit Tieren aufwachsen. Vor der Anschaffung eines Tieres, gibt es aber viel zu bedenken. Und wo eine Haltung nicht möglich ist, gibt es auch Alternativen.

 

Mehr denn je wachsen unsere Kinder sehr „naturfremd˜auf. Vorbei ist die Zeit der Tümpel mit Fröschen und Molchen in natürlichen Landschaften nahe am unmittelbaren Wohnbereich. Blumen- und insektenleere Wirtschaftswiesen in einer völlig ausgeräumten Landschaft sind die Regel.

Pädagogen aber halten es für sinnvoll und wichtig, wenn Eltern ihren Kindern die Möglichkeit geben, mit Tieren aufzuwachsen. Zu den positiven Auswirkungen gibt es mittlerweile auch Beispiele.

Eine renommierte deutsche Studie bei Kindern ergab, dass die mit einem Heimtier aufgewachsenen Kinder, sich positiver entwickelten. Diese Kinder zeigten weniger Aggressionen, eine besseres Sozialverhalten und ein ausgeprägteres Verantwortungsbewusstsein. Zudem waren sie seelisch ausgeglichener und einfühlsamer. Das sind Verhaltensweisen, die Kind und Tier im Aufwachsen miteinander entwickeln und pflegen.

Was also tun, wenn gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit mit großen Augen gebettelt und gedrängt wird? Wenigstens einen Hamster oder eine Schildkröte soll das Christkind unter den Baum legen!

Doch mit dem bloßen Kauf eines Tieres ist so gut wie nichts erledigt. Beispiel Schildkröten: Diese sind sehr beliebt, weil sie robust und pflegeleicht aussehen. Allerdings haben sie keine Mimik, mit der sie verraten könnten, ob es ihnen gut oder schlecht geht.

Weniger bekannt ist, dass die kleinen Vierbeiner durch ihren Panzer hindurch fühlen können und dass sie sehr alt werden, einige Arten etwa bis zu 80(!) Jahren. Wer also als Kind eine Schildkröte als Weihnachtsgeschenk bekommt, wird im günstigsten Fall mit ihr alt. Schildkröten aber brauchen auch ein Plätzchen für den Winterschlaf und sonst das ganze Jahr über frische Gräser und Kräuter. Zudem sind sie keine Tiere für die Wohnung. Sie brauchen ein mehrere Quadratmeter großes Revier im Garten mit einem Sonnenplatz.

 

Zudem ist jedes Haustier ein neues Familienmitglied. Bevor es „einzieht˜, muss klar sein, wer sich wirklich darum kümmert, wie lange es allein sein muss, wohin es verbracht wird, wenn die Familie auf Urlaub ist, wo es seinen fixen Platz hat und was es frisst.

Wunderkerzen, aufgeregte Kinder und viel Besuch zu Weihnachten sind nicht das geeignete Ambiente, um Tiere willkommen zu heißen. Besser ist es da, einen Film oder ein Buch mit „tierischem Inhalt˜ unter den Weihnachtsbaum zu legen und mit der Anschaffung eines Tieres zu warten, bis es nach den Feiertagen wieder ruhiger ist.

 

In den Augen einer Katze ist ein Christbaum fraglos etwas Herrliches. Er riecht so herrlich nach

Natur. Lametta und Christbaumkugeln verlocken zum fröhlichen Spiel. Liegt es doch im Wesen der Katze Beutetieren aufzulauern und auf Bewegungsreize mit einem Sprung zu reagieren. Wirklich gefährlich aber wird es für den Stubentiger, wenn er versucht, die vermeintlichen Beutestücke wie gläserne Christbaumkugeln zu zerbeißen. Dies ruft nicht nur schwere Schnittverletzungen hervor, sondern manche dieser Kugeln sind auch äußerst giftig -

auch verschlucktes Lametta kann im Extremfall zu einem Darmverschluss führen.

Also bitte nicht gleich dem Drängen der Kinder erliegen!

Der Tierschutzverein für Stadt und Land Salzburg bietet täglich die Möglichkeit, bei einem Spaziergang mit einem Hund aus unserem Tierheim, einer wohlüberlegten Anschaffung quasi „realistisch˜ gegenüberzutreten.

 

Mit den besten Wünschen für eine gesegnete Weihnacht und einem guten Rutsch in 's Neue Jahr verbleibt

 

meint herzlichst
Ihr
Günther Mayrhofer

 



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