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SANFTE ABWEHR
Giftköder, Gitter und so genannte Rutschgels konnten den Bestand an Tauben in unseren Städten kaum reduzieren. So tauschen nunmehr in manchen deutschen Städten eigens angestellte „Taubenwarte˜ die Eier der Vögel gegen Gipsattrappen aus. Ein sehr wirksames Mittel gegen die unerwünschte Vermehrung dieser alten Kulturfolger. Dieses neue Konzept erweist sich wesentlich erfolgreicher als Vogelgitter, Fütterungsverbote und Giftköder.
Bei einer Tagung in Essen, wurde dieses von Tierschützern schon lange geforderte Konzept jetzt vorgestellt und in den Städten Aachen und Augsburg bereits erfolgreich erprobt. Für die Tiere werden in den Innenstädten Taubenschläge errichtet. Ehrenamtliche Helfer füttern dort die Tiere und ersetzen ihre Eier gegen Attrappen. So ist einer unerwünschten Vermehrung nachhaltig Einhalt geboten und ein großer Teil ihres Kots verbleibt im Schlag, verschmutzt und beschädigt in der Folge keine Fassaden.
Diese Vorgangsweise ist wesentlich billiger und wirksamer als nicht zu akzeptierende Tötungsaktionen. Zugleich wird an diesen Schlägen artgerechtes Futter verfüttert und die Tauben sind nicht auf Pizza- und Brotreste angewiesen. So wurden z.B. in der Stadt Moers am Niederrhein im Jahr 2004 in drei Taubenschlägen 500 Stadttauben betreut. In der Folge zeigte sich eine wesentlich geringere Verschmutzung der Innenstadt. Mittlerweile bauen 35 Städte auf dieses Konzept, das in den 1990er Jahren von Tierschützern entwickelt wurde.
Auch in unserer Stadt Salzburg wurde unter Mitwirkung des Tierschutzvereines für Stadt und Land Salzburg ein solches Konzept Ende der 1980er Jahre angedacht und wartet seither auf Umsetzung.
Mit Kosten von ca. 4000 Euro pro Taubenschlag erweist sich diese Methode zudem auch noch wesentlich wirtschaftlicher als die traditionellen Methoden wie Netze, Anflugsperren, Giftköder und empfängnisverhütende Futterdragees die darüber hinaus meist wirkungslos verpufften und ein Vielfaches dieser Kosten verursachen. Denn wie Untersuchungen aus Basel belegten, erwies sich dort sogar die Tötung von vier Fünfteln der Tauben als wirkungslos. Schon nach wenigen Wochen erholten sich die Bestände, die mit bis zu zwölf Jungtieren pro Paar sehr fruchtbar sind.
So hatte auch das Fangen von bis zu 18.000 Tauben pro Jahr in der Stadt München keine erkennbare Wirkung auf den Bestand.
Die Angst vor der Verbreitung gefährlicher Krankheiten durch Tauben sei in den meisten Fällen nicht berechtigt, betonte ein Tierarzt. Die Tiere übertrügen nach bisherigen Erkenntnissen die Vogelgrippe nicht und auch bei Salmonellen spielen Tauben eine untergeordnete Rolle.
In Leipzig versucht man, das von Tauben reichlich bevölkerte Zentralstadion durch den Einsatz von Greifvögeln zu kontrollieren. Falken greifen gewöhnlich Tauben als Nahrungsquelle an oder verscheuchen sie zumindest.
Alles in Allem scheint sich seit den späten 1980er Jahren - nicht zuletzt auch durch die Erfolglosigkeit der bis dahin angewendeten, unmenschlichen Methoden- ein Umdenken im Versuch der Populationskontrolle von Stadttauben durchzusetzen und das macht Hoffnung
meint herzlichst
Ihr Günther Mayrhofer |