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Zu klug für uns Menschen ?
Schon in der germanischen Mythologie treten Rabenvögel als Helfer des Menschen auf. Niemand geringerer als der oberste Gott in nordischen Sagen, der weise Odin, bediente sich dieser überaus intelligenten Vögel, indem er sich von ihnen krächzend Bericht erstatten ließ. `Hugin` und `Mumin` (Gedanke und Erinnerung) hatten dabei die Aufgabe übernommen, neueste Nachrichten aus aller Welt an Odins Ohr zu bringen.
Im Laufe der Zeit verloren die `Schwarzröcke` jedoch vieles von dieser positiven Einschätzung als wertvolle Ratgeber und wurden im Mittelalter gar als Hexen-, Toten-, Pech- und Galgenvögel verfolgt! Wer von uns erinnert sich nicht an Hexendarstellungen aus Kindertagen, bei denen ein Raabe auf der Schulter, quasi als ständiger Begleiter, diese Schreckensgestalt zierte.
Aber auch heutzutage ist die `Anklageschrift` gegen die schwarzen Begleiter des Menschen lang: Nesträuber, die unsere Singvögel dezimieren, Schäden an landwirtschaftlichen Nutzflächen verursachen und mancherorts sogar auf den Menschen selbst übergreifen. Kein Wunder also, dass man ihnen zunehmend an den schwarzen Kragen will.
Raben und Krähen gehören zu der Familie der Rabenvögel und zählen weltweit etwa an die hundert Arten.
Bei uns in Europa kennen wir fünf aus dieser Familie: Der Kolkrabe, die Aaskrähe oder Rabenkrähe, die Saatkrähe, die Dohle und die Elster. Bei all diesen Arten stellte die Wissenschaft erstaunliches fest: Sie verfügen über kognitive Leistungen, die ähnliche soziale Verhaltensmuster wie bei Säugetieren als Grundlage voraussetzen. Sie sind also unter den Vögeln das, was bei den Säugetieren der Schimpanse ist!
Sie bilden Allianzen mit Geschwistern und anderen Artgenossen, verwenden Werkzeuge, um besser an Nahrung heranzukommen, schließen sich zu Mobbinggemeinschaften zusammen, helfen einander. Sie verstecken Futter für schlechtere Zeiten und achten dabei peinlich genau darauf, dass ihnen keiner dabei zusieht.
Letztlich sind sie aber eher Helfer des Bauern als seine Gegner. Unmengen von potentiellen Schädlingen werden von ihnen von den landwirtschaftlichen Nutzflächen gepickt.
Vorarlberg hat nunmehr als erstes Bundesland eine Abschussgenehmigung in Form einer Ausnahmeregelung von einem in der EU allgemein geltenden Jagdverbot für Singvögel, erlassen. Drei Jahre lang darf nunmehr in der Zeit von Mitte August bis Ende Februar auf diese Vögel geschossen werden. Eine einfache Meldung an die betreffende Bezirkshauptmannschaft, dass Krähen erheblichen Schaden in einem Bezirk anrichten, genügt. Da freut sich natürlich so mancher Jäger - endlich mal wieder `was zum Abknallen!
Dabei ist es der Mensch selbst, der mit seinen Monokulturen und riesigen Müllbergen für einen stets reichlich gedeckten Tisch sorgt und damit diese Vögel fast magisch anzieht. Ohne solch erschöpfende Nahrungsquellen, gäbe es aber auch diese großen Krähentrupps nicht. Die Massenansammlungen erwecken auf diese Weise auch den Eindruck einer Überpopulation, was aber wissenschaftlich bestätigt, nicht stimmt!
Auch wenn der `Gesang` der schwarzen Gesellen nicht gerade wohl in unseren Ohren klingt, sind es doch Mitgeschöpfe, die unseren Respekt, unser Wohlwollen und auch den Schutz ihres Lebens durch uns verdienen,
meint herzlichst Ihr Günther Mayrhofer
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