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| Tierschutzbrief Ausgabe 01/2007 |

Immer mehr.....

Seit 15.000 Jahren lebt der Mensch mit Hunden zusammen - und mit der Katze? Da weiß man nichts genaues. Sicher ist jedenfalls, dass beide - Hund wie Katze- schon seit Jahrtausenden miteinander leben und voneinander partizipieren.

Heute jedenfalls gibt es in Österreich laut Statistik rund 1,3 Millionen Hunde- und Katzenhaushalte, aber in Wirklichkeit dürften es wohl viel mehr sein! An die 600 Millionen Euro geben hierzulande Herrchen und Frauchen für ihre geliebten Vierbeiner im Jahr aus. Das sind im Monat doch stolze 40 Euro. Bei unseren deutschen Nachbarn sind es sogar 2,2 Milliarden Euro.

Ein darüber hinaus boomender Markt, der die Umsatzziffern verschiedener Produzenten, wie Tierfutterhersteller, Hersteller von diversem Zubehör, jährlich auf zweistellige Zuwachsraten treibt.

Dabei ist das Bedürfnis der Tierhalter, ihr geliebtes Haustier mit nur allem Erdenklichen zu verwöhnen, signifikant. Angefangen bei Spezialfutter für junge, dicke oder alte Hunde und Katzen, Tieren mit wenig Fell, solchen mit viel Fell, langen oder kurzen Beinchen usw., fettreduziertes- und Biofutter bis hin zur Zahnpasten für Hunde mit Fleischgeschmack und spezieller Trinkmilch für Katzen.

Millionen an Forschungs- und Entwicklungskosten werden von den Herstellerfirmen ausgegeben, um das zu produzieren, wovon dann meist der Mensch glaubt, dass es dem Tier schmeckt.

Tierboutiquen schießen vielerorts aus dem Boden wie `Schwammerln` nach einem warmen Regen, in denen sich Herrchen und Frauchen davon überzeugen lassen, dass ein rosa Mäntelchen mit den dazu passenden `Laufschuhen` im Sportlook, das höchste Glück für ihren Vierbeiner darstellt.

Ungläubiges Staunen bis hin zur offen ausgesprochenen Ablehnung herrscht darüber oft bei Nichttierbesitzern. Dabei wissen die noch gar nicht, wie oftmals erst die Tierarztrechnungen aussehen. Denn alles, was die Humanmediziner können, kann mittlerweile auch der Tierarzt.

Die Fortschritte der Veterinärmedizin haben sich einem Niveau genähert, dass man nur noch staunen kann: Operation bei grauem Star, EKG, Chemotherapie bei Krebs, Computertomographie, Organtransplantationen...

Operationskosten von bis zu 3000 Euro oder mehr sind angesichts dieses enormen Aufwandes immer häufiger geübte Praxis. Tendenz: steigend! Da nehmen sich Unterwassertherapie und diverse Massagen für ein paar hundert Euro noch eher schwach aus.

In den USA kann man sein geliebtes Haustier bereits auch klonen lassen und so hat man immer wieder sein geliebtes, `altbekanntes` Tier wie neu zuhause.

Auch beim Tierpsychologen klingeln die Kassen kräftig.

Der Satz „Tiere seien doch die besseren Menschen“ stellt Verhaltensforscher und bekennender Hundenarr Konrad Lorenz fest, sei eine Gotteslästerung und eine Art sozialer Sodomie. Trotzdem, so meint Lorenz, sei es verständlich, wenn einsame Menschen sich mit ihrem Bedürfnis zu lieben und geliebt zu werden einen Hund oder eine Katze anschaffen.

Tatsächlich erfüllen Haustiere insbesondere in den Großstädten, den Hochburgen der Einsamkeit, eine immer wichtigere, soziale Aufgabe. Für viele sind sie Kinderersatz, Partner und Freunde.

Dass wir unsere Zuneigung zu jemandem immer mehr durch teure und oftmals auch nicht sehr sinnvolle Geschenke ausdrücken, scheint aber ein Zug der Zeit zu sein und beschränkt sich eben nicht nur auf unsere `menschlichen` Freunde.

So mancher Tierbesitzer leistet sich sogar nach dem Vorbild eines Babysitters einen Hundesitter, oftmals einen gebuchten` Gassigeher´, in Ermangelung von Zeit für seinen vierbeinigen Hausgenossen.

Dabei ist doch das schönste Geschenk, welches wir unserem Hund oder unserer Katze geben können, Zeit! Zeit für einen schönen Spaziergang, Zeit für ein kleines Spiel, Zeit für Streicheleinheiten....

meint herzlichst
Ihr
Günther Mayrhofer

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