HAUSTIERE und die EIGENVERANTWORTUNG

Haustiere waren und sind in unserer Gesellschaft traditionellerweise der Hund, die Katze, Meerschweinchen, Käfigvögel mit Freiflugmöglichkeiten, Schildkröten und Aquarienfische.
Dazu kommen im Einzelfall seltenere Kleinsäuger wie Frettchen, Kaninchen (vor allem wenn ein Garten vorhanden ist), Mäuse und Ratten.

Aber die Zeiten ändern sich. Immer mehr Menschen versuchen sich in der Haltung und Pflege von Spinnen, Heuschrecken, Bartagamen, Leguanen, Chamäleons, Schlangen und ganz modern FAUCHSCHABEN.
Diese relativ großen Kakerlaken aus Madagaskar stellen sich viele als besonders interessant vor, da die großen Insekten ein aktives Paarungsverhalten zeigen, bei Bedrohung fauchen und extrem vermehrungsfreudig sind. Die Haltung dieser Insekten ist aber in unseren Breiten im Winterhalbjahr sehr anspruchsvoll, weil die Tiere, um sich wohl zu fühlen und das für ihre Beobachter interessante Verhalten zu zeigen, eine konstante Wärmequelle von ca. 25-30 Grad Celsius brauchen. Diese Wärmequelle sollte immer aktiv sein, sonst stellen diese großen Schaben alle Aktivitäten ein.

Nach relativ kurzem Beobachtungszeitraum werden manche Eigentümer schon bald der exotischen Haustiere überdrüssig und es erhebt sich die Frage: Wohin damit?  
Dann erreicht uns im Tierheim einer der häufigsten Telefonanrufe, wobei Menschen, die ihre Tiere loswerden wollen, um Aufnahme anfragen. Die Palette der Gründe, warum man sich möglichst umgehend von seinem Haustier trennen müsse, sehr vielfältig. Der Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt...

Das Tierheim sollte über enorme Aufnahmekapazitäten verfügen, Tag und Nacht aufnahmebereit sein, alle seine Dienste gratis anbieten und schlicht und einfach funktionieren. Einer der Standardsätze der Menschen, die ihre Tiere dringend loswerden wollen, lautet: "Ihr könnt es bzw. sie ja weiterverkaufen!"

Wir nehmen- soweit es unsere Platzkapazitäten erlauben- in Not geratenen Haustiere auf, versorgen sie artgerecht und tierärztlich und nach einer Eingewöhnungszeit, und wenn es der Gesundheitszustand zulässt, versuchen wir für jeden unserer Schützlinge einen neuen guten Platz zu finden. Was mit großem Engagement und dementsprechenden Kosten hundertfach im Jahr gelingt.
Immer wieder müssen wir jedoch eine Neuaufnahme ablehnen, weil wir vollbelegt sind!

Wir appellieren wieder einmal an unsere lieben Leser, sich die Aufnahme von Exoten - auch wenn die Haltung vom Gesetzgeber erlaubt ist – sehr, sehr gut zu überlegen, und die ausschlaggebende Frage an sich selbst zu richten: "Kann und will ich diesem Lebewesen wirklich für den Rest seines Lebens eine adäquate Lebensgrundlage bieten?!"

Wer versorgt es, wenn ich ausfalle: Urlaube, Krankheiten, Änderungen meiner Lebensumstände wie der Umzug in eine andere Wohnung, ein neuer Beruf, Ausbildungen, Partnerschaften, Kinder? Oft spielt auch die finanzielle Frage eine entscheidende Rolle. Gibt es Gassigeher für meinen Hund, eine Versorgung meiner Katze(n), Kaninchen, Meerschweinchen, Vögel, Aquarientiere, meines Terrariums usw.?

Und dann die artgerechte Versorgung von Exoten, die von der Fütterung über die Sauberhaltung bis zur Krankheitserkennung reicht. Da sind viele gute Freunde schnell überfordert, und dies nicht nur wegen des notwendigen Zeitaufwandes, der täglich nötig ist.
Die meisten der Fundtiere, die wir im Tierheim aufnehmen, und bei denen niemand nachfragt, sind ausgesetzt!

Vor der Anschaffung eines Haustieres liebe Tierfreunde, steht Ihre lebenslange Verantwortung für dieses Lebewesen!

GZ

Wasserschildkrötew Bartagame w

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