I G E L N O T H I L F E   und   Ü B E RW I N T E R U N G

Jeder Stachelträger, der jetzt tagsüber gefunden wird, sollte in Augenschein genommen werden, denn Igel, die auf Nahrungssuche in Gärten, Parks, in der Holzlage, Garage oder auf der Straße unterwegs sind, brauchen, wenn sie zu leicht sind, unsere Hilfe.  Ab Ende Oktober muss der Igel nämlich ein Gewicht von mindesten 700g erreicht haben!

Werden zum Beispiel blutende Wunden, röchelndes Atmen oder offensichtliche Schwäche festgestellt, braucht dieses Wildtier ebenfalls unsere Hilfe. Bei offensichtlicher Verletzung muss unbedingt ein Tierarzt aufgesucht werden.

Die nächsten lebenswichtigen  Maßnahmen sind Zufuhr von Wärme. Man verbringt das Tier in einen Raum mit mindestens 20° C, setzt es bei starker Auskühlung auf eine, mit einem Tuch umwickelte, Wärmeflasche und bietet in einer flacher Schale leicht angewärmtes Wasser zum Trinken an. Hat sich der Igel nach einiger Zeit erwärmt und seinen Kreislauf stabilisiert, ist das Abwiegen der nächste wichtige Schritt. Babys unter 250g und Jungtiere bis 500g muss man ins Haus holen oder in eine Igelstation bringen: Mit diesem Gewicht können sie keinen Winterschlaf halten, das Mindestgewicht dazu beträgt 750 Gramm.
Igel unter einem Gewicht von 750g können keinen Winterschlaf abhalten. Sie reduzieren dabei ihr Gewicht ja beträchtlich und würden ohne überlebensnotwendigen Speckvorrat am Körper verhungern.

 

Jetzt zur Fütterung: Katzenpastete aus der Dose mit etwas Wasser und wenigen Haferflocken verrührt ist eine gute Ersatznahrung für die Fleischfresser. Bitte kein Gelee- oder Saucenfutter anbieten, kein Obst, Gemüse, Nüsse und auf keinen Fall Milch oder Milchprodukte!!!       
Als Igelnahrung geeignet sind: Aufgeweichtes Katzentrockenfutter, Rinderfaschiertes oder Eierspeise ohne Salz und weitere Gewürze.
Später sind ein bis zwei Mehlwürmer pro Tag ein gesunder köstlicher Leckerbissen.

 

Die Unterbringung für einen Igel -  jeder muss einzeln gehalten werden - erfolgt in einer Schachtel, die mindestens 50cm hoch ist, denn Igel sind Kletterkünstler. In die Schachtel kommt ein Schlafhäuschen, locker ausgefüllt mit zusammengeballtem Zeitungspapier und versehen mit einer ausgeschnittenen Öffnung. Als Schlafhäuschen kann ein kleiner Karton dienen, zum Beispiel eine größere Katzenfutterschachtel oder ein Schuhkarton. Ein Katzentransportkorb aus Kunststoff wäre auch fürs erste eine Unterbringungsmöglichkeit.
Die Einlage, die aus hygienischen Gründen unbedingt täglich gewechselt werden sollte, besteht aus mehreren Lagen Zeitungspapier. Bitte kein Heu oder Katzenstreu verwenden. Ersteres könnte bei Umwickelung die Extremitäten abschnüren, zweites gefressen werden.

 

Das Thema Parasiten ist von großer Wichtigkeit. Außenparasiten wie Flöhe, Fliegeneier oder Maden – diese können sich auch in Augen und Ohren befinden -  sowie Zecken müssen ebenso vorsichtig wie gründlich entfernt  werden. Wenn man selbst keine Erfahrung hat, ist es gut eine Igelstation zu kontaktieren oder einen Tierarzt mit Igelerfahrung aufzusuchen. Auf keinen Fall dürfen Spot On Präparate für Hunde und Katzen genommen werden, sie sind für Igel lebensgefährlich! Den Igel bitte auch nicht baden.
Innenparasiten wie z.B. Würmer haben alle Wildtiere, die Behandlung macht auch der igelerfahrene Tierarzt.

 

Die Auswilderung kann erst nach den letzten Nachtfrösten frühestens Ende April, besser Mitte Mai, erfolgen. Dies bedeutet nun, die häusliche Pflege dauert ungefähr 7 Monate und kostet ca. € 150,-- (Tierarztbesuch inklusive).
GZ


Diese Erstanleitung zur Rettung eines  FUNDIGELS  beschränkt sich auf das Notwendigste, hier nochmals  die wesentlichen Punkte:


Igel sind Wildtiere und dürfen aus ihrem natürlichen Lebensraum nicht entfernt werden,
ausgenommen hilfsbedürftige Stacheltiere.

Das ist der Fall,
>wenn Igel tagsüber apathisch herumliegen und sich nicht einrollen.

>wenn Igelbabys ohne Mutter anzutreffen sind.

>wenn kleine Igel tagsüber unterwegs sind (und von Fliegeneiern übersät schließlich von Maden gefressen würden).Die Igelmutter holt solche Igelkinder nicht mehr ins Nest.

>wenn Igel verletzt oder krank wirken

>wenn Igel bei Schnee oder Frost noch aktiv sind

>wenn Igel zu spät geboren sind und das für den Winterschlaf benötigte Gewicht von 750g nicht mehr erreichen können. Ein Igelfindling muss bis Ende September 550g und bis Ende Oktober mindestens 700g wiegen.

>Bleibt er darunter, muss er in häusliche Pflege genommen werden, um zu überleben.

 

ERSTE HILFE RATGEBER

Einen ausgewachsenen Igel bettet man in eine ca.40cm-50cm hohe Schachtel. Eine  kleinen Schuhschachtel mit ausgeschnittener Öffnung an der Vorderseite mit zerknülltem Zeitungspapier ausgelegt, benutzt man als Schlafhaus.

Der Igel muss als erstes auf Verletzungen und Außenparasiten wie Flöhe, Zecken, Maden bzw. Fliegeneier hin untersucht werden.

Fühlt sich der Igel aus der Bauchseite kalt an, ist er zu wärmen (Wärmeflasche, warmer Raum).

Bieten Sie dem Igel Futter und Wasser (keinesfalls Milch an!) an.

Igelfutter>>  das kann sein   >>pastetenartiges Hunde- oder Katzendosenfutter
                                                        >>in Wasser aufgeweichtes Katzentrockenfutter
                                                        >>Rinderfaschiertes oder Eierspeise ohne Gewürze
                                                        >>kein Obst oder Gemüse!

 

Kleine Igel oder Igelsäuglinge gibt man unverzüglich in fachmännische Obhut.

Die punktuelle Nothilfe für Igel ist dem Flyer „Igelnothilfe Erste Hilfe Ratgeber“ mit freundlicher Genehmigung der Igelhilfe Österreich c/o Gabriele Reisinger, St. Lorenz 100, 5310 Mondsee, Tel 0043(0)664/1115642, www.igelhilfe.net, Email Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!,
entnommen.

 

 

Igel 1 w Igel 2 w Igel 3 w

 

 

Liebe Tier- und Igelfreunde!

 

Wir appellieren an die Finder von kleinen Igeln, die Anfang Dezember zwischen 200 und 500 Gramm wiegen - diese unter Schutz gestellten, wildlebenden und sehr nützlichen Säuger - aufzunehmen und mit Hilfe der Igelnothilfe oder unserer Unterstützung über den Winter zu bringen. Ein warmer Keller (z. B. Heizungskeller) oder Abstellraum, in dem man einen größeren Karton oder einen handelsüblichen Kaninchenkäfig unterbringen kann, würde genügen.


Das Futter ist rohes Faschiertes, Katzenpastetenfutter mit wenig Haferflocken und Wasser gemischt, allenfalls ab und an ein Mehlwurm.
Keinesfalls Milch geben!
Auch Nüsse, Gemüse und Obst gehören nicht zur Igelnahrung, ebenso wenig gesalzene Speisen wie Eierspeise. Diese wenn, dann nur ungesalzen verabreichen.
Die jetzt noch so untergewichtigen Igel halten keinen Winterschlaf, müssen also bei ca. 20° C gehalten und durchgefüttert werden, bis man sie ab ungefähr Mitte Mai wieder in die Freiheit entlassen kann.

 

Der Tierschutzverein bedankt sich im Voraus für Ihr Engagement, das einem oder mehreren Stacheltieren das Überleben ermöglicht!

GZ

 

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